Andreas Knapp Fotografie & Kultur
Telefon: +49 179 3470 230  -  83339 Chieming

E-Mail: info@andreas-knapp.de

Adidas und Nike hätten durchaus Möglichkeiten, im Rahmen der WM26 mit ihren Erlösen sehr viel Armut zu lindern. Hätten....


Viva Italia! Die Römischen Verträge begründeten die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft 1957. Und 2026 ist die daraus entstandene Europäische Union wieder in ihrem Umgang mit Migration an den Ursprungspunkt zurückgekehrt: Wirtschaft über Menschenrechte! Viva Italia! (Como, 2016)


...auch ein schwarzer Schwan hat seine weißen Seiten... (Chiemsee 2026)


Blick Richtung Zukunft!


Schönheit und...
Schönheit und...
...Funktionalität schließen sich nicht aus.
...Funktionalität schließen sich nicht aus.

Natur Kunst


Klang Bild


Andreas Knapp wuchs im hessischen Odenwald umbegeben von Musik, Fotografie und Natur auf. Seine Eltern hatten eine Musikalienhandlung mit angeschlossener Musikschule, in der er schon in jungen Jahren Tasteninstrumente und Schlagzeug unterrichtete. Nach dem Abitur war er einige Jahre technischer Mitarbeiter beim Hessischen Rundfunk in Frankfurt und beim Ensemble Modern. Paralell absolvierte er ein Studium der Germanistik an der Goethe-Universität Frankfurt am Main mit Schwerpunkt Exilliteratur (Abschluss: M.A. phil). Dies führte ihn in der Zeit seiner Gründung zum Fritz-Bauer-Institut, dessen Verwaltung er mehrere Jahre leitete und die Literaturreihe "Deutschland in Europa 1933-1945" kuratierte. 
Er hat für die Salzburger Festspiele, das Schleswig-Holstein-Festival und die Stiftung Berliner Philharmoniker außergewöhnliche Künstler wie Leonard Bernstein, Alfred Brendel, Peter Eötvös, György Ligeti, Frank Zappa und über lange Jahre Sir Simon Rattle mit den besten Möglichkeiten versorgt, ihr Können zu verwirklichen. 
Seit er 2016 in Berlin gemeinsam mit Leila Weber HANGARMUSIK gegründet hat (www.hangarmusik.de), ermöglicht er dies auch jungen Talenten bei HANGARMUSIK. Bundespräsident Steinmeier ihm und Leila Weber im Jahr 2023 dafür den Bundesverdienstorden am Bande verliehen. 
In der Fotografie widmet er sich neben künstlerischen Arbeiten, Konzert- und Theaterfotografie der Dokumentation zeitgeschichtlicher Themen mit Fokus auf Natur, Kultur und Migration. Seine Arbeiten sind u.a. von der Philharmonie Berlin, der Elbphilharmonie Hamburg, dem Rudolf-Stolz-Museum Sexten, dem Chios Music Festival und dem Festival de Perelada präsentiert wurden. 
 
 AUSSTELLUNGEN / EXHIBITIONS
Französische Friedrichstadtkirche Berlin, im Rahmen des 25. Berliner Symposium zum Flüchtlingsschutz, Bilderzyklus Flucht-Asyl-Glaube, 2025
Stift Klosterneuburg, Österreich, Die Guten Werke, Gruppenausstellung 2023
Alexander und Renata Camaro Stiftung, Berlin, Lichtfarben der Philharmonie, 2022
Kunstverein Aichach: Gruppenausstellung zum Aichacher Kunstpreis 2022
Zollgarage Berlin: HANGARMUSIK - Beethoven als Integrationsbeschleuniger, 2019
Philharmonie Essen, Doppelausstellung "Neue Nachbarn" und "MIAGI" zum Konzert “Sommernachtstraum: Heimat”, 2018
Rudolf-Stolz-Museum Sexten/Italien: Vom Bangen, Beten und Hoffen”, 2017/2018
Chios Music Festival, Griechenland: "El Sistema, MIAGI & Co." 2017 
Ptelios, Griechenland: "Rembetiko bei Fotis"  2017
Chieming, Gemeinschaftsunterkunft: "Neue Nachbarn", 2017
Elbphilharmonie Hamburg: “El Sistema” im Rahmen von ¡VIVA Beethoven!”, 2017  
Freising (Oberbayern), Landratsamt: “Traditionelles Chinesische Handwerkskunst. Holzdschnittdruck, Drachen- und Laternenbau in Weifang, China“, 2012 und 2017
Fotowettbewerb der Hoepfner-Stiftung Karlsruhe: “Menschen. Bei uns. Neben uns.”, 2016
Chieming: “El Sistema - Venezuela“ Oberbayerischen Kulturtage, 2013
50 Jahre Berliner Philharmonie - Gruppenausstellung, 2013
Berlin, Philharmonie:  “10 Jahre Education Projekte der Berliner Philharmoniker” - Gruppenausstellung 2012
Fotowettbewerb der Arbeitskammer Saarbrücken “Arbeitswelten” Gruppenausstellung 2011
Parc del Castell de Peralada, Spanien: “LA MIRADA DE ORFEO de ANDREAS KNAPP” - 250 aniversario de la ópera de Gluck, bandArt & La Fura dels Baus 2012
Wien, Konzerthaus: Das Simon-Bolivar-Youth-Orchestra's in Wien, 2010
Osterfestspiele Salzburg, „Der Ring der Nibelungen“, 2010
Lucerne Festival/KKL: “El Sistema - Venezuela“, 2010
Berlin, Philharmonie: “Begegnungen“ - Gruppenausstellung 2009
Berlin, Philharmonie: “Surrogate Cities“ Tanzprojekt - Mathilde Monnier, Heiner Goebbels, Simon Rattle & Berliner Philharmoniker2008
Berlin, Philharmonie: “Trip to Asia“ : Gruppenausstellung 2005
Publikationen:
"Die Guten Werke" Ausstellungskatalog Stift Klosterneuburg, 2023
"Gärten und Orchestermusik - Kulturelles Welterbe als Chance für gesellschaftliches Miteinander" in: "Historische Gärten und Gesellschaft" Schnell + Steiner, hrsg. von der Stiftung Preussischer Schlösser und Gärten, 2020
"In times of conflict, music is it's own language" in: The Ensemble (www.ensemblenews.org) 2020
"Vom Bangen Beten und Hoffen" - Miteinander und Einsamkeit in Malerei und Fotografie Rudolf Stolz Museum Sexten/Italien
Veröffentlichungen u.a. in New York Times, Frankfurter Allgemeine Zeitung, ZEIT, Süddeutsche Zeitung, MERIAN
Matthäus-Passion/Peter Sellars: Sonderedition Osterfestspiele Salzburg/Berliner Philharmoniker 2010
50 Jahre Berliner Philharmonie: Stiftung Berliner Philharmoniker (Sammelband)
El Sistema: Das Wunder von Venezuela: Leica Fotografie International, 2.2013
Szymon Laks: Musik in Auschwitz, Hrsg. und Nachwort Andreas Knapp, Droste Verlag, Schriftenreihe des Fritz-Bauer-Instituts, 1998 

Camaro Haus, Berlin


Stift Klosterneuburg


Sexten, Rudolf-Stolz-Museum


Eingangsmotiv Ausstellung 50 Jahre Berliner Philharmonie


250 Jahre Gluck: La Miranda d'Orfeo - Festival Castelle Peralada 2012




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Paris


Naturtanz


Vernebelung


Schönheit....


wird uns geschenkt. 


An....


...alle....


  

....Britzkes...


für's Muttiheft:


...Die Welt...


...ist..


.. bunt!!!


Legaler Heimkehrer.


....Geschützt und doch bedroht.


Salzburg/Freilassing - Sommer 2015


Der Traum einer geschlossenen Gesellschaft...


...geht einher mit verlogenen Versprechen: Dein Leben!, Deine Stadt! Deine Entscheidung! Braunau 21", Braunau, Oktober 2015


... und ist renovierungsbedürfig.


Freilassing 2015 - Damals war Dobrint noch mit Dieselabgasvertuschung und rechtswidrigen Mautplänen beschäftigt. 2025: rechtswidriger Zurückweisungspolitik. 


Warschau...
Warschau...
...morgens um 5 Uhr 45 begann der Überfall Deutschlands auf Polen 1939.  Im Jahr 2014: Rundgang um die gleiche Zeit, der wiedererbauten Stadt beim friedlichen Aufwachen zuschauend. Statt Bomben am Abend Applaus nach dem Konzert der Berliner Philharmoniker -  Bewegendes Beispiel, dass Versöhnung und Erinnerung die Chance für die Menschheit der Moderne ist.
...morgens um 5 Uhr 45 begann der Überfall Deutschlands auf Polen 1939. Im Jahr 2014: Rundgang um die gleiche Zeit, der wiedererbauten Stadt beim friedlichen Aufwachen zuschauend. Statt Bomben am Abend Applaus nach dem Konzert der Berliner Philharmoniker -  Bewegendes Beispiel, dass Versöhnung und Erinnerung die Chance für die Menschheit der Moderne ist.
Oder ist...
Oder ist...
...die Moderne schon Geschichte?
...die Moderne schon Geschichte?
Soldatenfriedhof Dürnbach/Oberbayern. Sie kamen aus Kanada, Australien, Afrika, Norwegen, Polen, Nepal und vielen anderen Ländern um Deutschland von sich selbst zu befreien und ließen dafür ihr Leben, selbst noch am 9. Mai 1945.. Die Jugend der halben Welt starb, damit in Deutschland wieder der Weg zur Vernunft frei war. Sie werden kein zweites Mal kommen. Welche Jugend verteidigt dieses Land künftig vor sich selbst?
Soldatenfriedhof Dürnbach/Oberbayern. Sie kamen aus Kanada, Australien, Afrika, Norwegen, Polen, Nepal und vielen anderen Ländern um Deutschland von sich selbst zu befreien und ließen dafür ihr Leben, selbst noch am 9. Mai 1945.. Die Jugend der halben Welt starb, damit in Deutschland wieder der Weg zur Vernunft frei war. Sie werden kein zweites Mal kommen. Welche Jugend verteidigt dieses Land künftig vor sich selbst?

Aktuell informierte Orientierungshilfe in Frankfurt-Bockenheim.


Historisch informierte Orientierungshilfe


Großmachtsphantasie und Realität

Verlogene Geschichte und echtes Leben. Berlin/Chios


Spiel mir das Lied....

Jauchzet, frohlocket.... Bayern/Chios


Niederblicken
Niederblicken
Aufblicken
Aufblicken
Freiheit
Freiheit
zerbrochen
zerbrochen
verraucht
verraucht
under which law must orders be followed?
under which law must orders be followed?
Endlichkeit
Endlichkeit
gilt
gilt
nicht
nicht
für Engel
für Engel

Pappagini


Kunst ist Miteinander.

Miteinander unterstützend: HANGARMUSIK


Holzgebirge © A. Knapp

Anblick


Nahblick


Überblick


Weitblick


Meerblick


Ausblick


Rückblick


Augenblicklichkeit - Simon Rattle in Taiwan


Herzensangelegenheit Musik - Gustav Dudamel in Caracas 2014.


Klangmagier - Adieu José 

(José van Dam, Debussy: Pelléas et Mélisande, Salzburger Osterfestspiele 2006)


...konzentriert blickend auf Hörenswertes! 100 Jahre Pierre Louis Joseph Boulez *1925

New York, Carnegie Hall


Musikertaster: Alfred Brendel 1931-2025

Amsterdam, Concertgebouw


verstummte Kunst: Günther Pichler 1940-2026...
verstummte Kunst: Günther Pichler 1940-2026...
...und das Alban Berg Quartett 1970-2008
...und das Alban Berg Quartett 1970-2008

Dimitri Schostakowitsch bescheinigte ihr, auf dem falschen Weg zu sein 

– und beglückwünschte sie dazu.: 

Sofia Gubaidulina 1931 - 2025

Berlin, Philharmonie




Frühlingszauber


Fruchtbarkeitszauber


Muttersschutz


Regenfänger


Regenpfeifer


Männermackerpfeifer


Regenpfeiferballett


Nasebohrendpfeifer


Rotmond

Blaukehlchen


Blaumeise


Punkmeise


Holzfällerin


Flamengorch


Frühling


Zwischensnack


Frühstück


Abflug - Tempelhofer Feld Berlin Sommer 2025

Pollenflug


Landeanflug



Gärten und Orchestermusik
Kulturelles Welterbe als Zukunftschance für gesellschaftliches Miteinander
von Andreas Knapp
Gärten und Musik sind Geschwister der Humanität. Sie erfordern aktive Pflege, anderenfalls verschwinden sie schnell, oder sind erst gar nicht existent. Eine Vielfalt handwerklicher Fähigkeiten, Gefühl und tradiertes Wissen sind notwendig, um sie am Leben zu erhalten und zu realisieren. Die schönsten Baupläne historischer Gärten oder die Partituren klassischer Orchestermusik sind allerdings nur bemaltes Papier, wenn auf ihnen verzeichnete Gedanken nicht aktiv von gärtnerischem Personal gepflegt und Instrumentalisten zum Klingen gebracht werden. Nikolaus Harnoncourt nannte das Orchester eine "Klangwundermaschine aus Menschen“. In diesem Sinne ist ein historischer Garten eine „menschengemachte Naturerlebnismaschine“. Doch ist im digitalen Zeitalter der personelle Aufwand und die mit großen Kosten verbundene permanente Pflege historischer Gärten oder die Unterhaltung großer Orchester noch zeitgemäß? Können „virtuelle Realitäten“ Parks und Gärten ersetzen? Können computergenerierte Klänge von Menschen gespielte Musik überflüssig machen, weil sie mittlerweile sogar historische Aufnahmen imitieren können?
Können Kochbücher satt machen?
Die Frage ist vergleichbar damit, ob ein erzähltes Mittagessen satt machen kann. Kochbücher und Filme über kulinarische Feinheiten können keinen Ersatz für das tatsächliche Erlebnis sein. Das gilt auch für den Aufenthalt in einem Park und den Besuch eines Konzertes: Nur das Original eröffnet die vollständige Erlebniswelt. Dazu ist keinerlei Vorbildung nötig. Ohne die Namen einzelner Pflanzen, Bäume oder Blüten zu kennen, ist die sinnliche Erfahrung möglich. Millionen von Menschen hören jedes Jahr aus purer Freude die 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven oder das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach - ohne jegliche Kenntnisse von Tonarten oder Kontrapunkt. Die Sensation der Erfahrung ist das Eingangstor zu einer Welt, die sich anschließend durchaus in der Erforschung der Details vertiefen lässt.
Pflanzenkunde oder Harmonielehre, das eigene Gärtnern oder Musizieren – jedes Gebiet ist eine Welt für sich, und zugleich Teil eines gemeinsamen Universums. Doch in keiner Weise ist Vorwissen eine Voraussetzung für den Genuss dieser Kunstwerke. Haben die Folgen der Corona-Pandemie nicht urplötzlich aufgezeigt, was die Abschaffung von Parks und Konzerten bedeuten würde? In gewisser Weise wurde dadurch simuliert, wie relevant öffentliche Gärten und musikalische Veranstaltungen für die soziale Gesundheit einer Gesellschaft sind. Doch das Erlebnis selbst ist nur die Spitze eines Eisberges, auf der die Relevanz dieser historischen Kunstformen aufbaut. Ihre permanente Kultivierung, die Arbeiten dahinter sind ein wesentlicher Teil dessen, was wir Kultur und Kunst nennen.

Historische Handwerkskunst - Zukunftsperspektive für spannende Berufe
Die Anzahl der Gewerke, die notwendig sind, um lebende Skulpturen aus Klängen oder Pflanzen herzustellen, ist enorm. Die Aufführung der 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven ist nur möglich, weil zuvor ein langwieriger editorischer Prozess stattfand, durch den sich die überlieferte Partitur überhaupt entziffern lässt. Gedanken, die Beethoven dort notierte, sind ohne „Übersetzung“ für die Nachwelt nicht ausreichend. In diesem Falle gelang dies hauptsächlich durch die Rekonstruktion aus den einzelnen Orchesterstimmen von Notenmaterial der Konzerte aus der Beethoven Zeit. Mit dem Erhalt von Gärten, Parks und der Orchesterlandschaft wird nicht nur handwerkliches und kulturelles Wissen der Menschheit bewahrt, sondern mit den unterschiedlichsten Berufen ein gesellschaftliches Miteinander kultiviert. 
Wir bewahren so die analoge Welt, die uns bei aller Faszination für künstliche Intelligenz nicht abhandenkommen sollte. Die heutige Bedeutung historischer Gärten und Orchestermusik liegt daher auch in der Veränderung ihrer gesellschaftlichen Stellung im Lauf der politischen Geschichte und in der sozialen Kraft, die sie für eine Gesellschaft haben. Gärten sind zu Seismographen des Klimawandels und zu Orientierungspunkten für die Geschichte der Globalisierung geworden. Sinfonien liefern nicht nur wunderbare Klänge, sondern sind das Resultat von hochkomplexer Teamarbeit. Das Zusammenspiel in einem Orchester funktioniert nur, wenn alle Beteiligten sich auf eine gemeinsame Basis begeben und vollständig synchronisiert ihre jeweiligen spezifischen Fähigkeiten einsetzen. In keinem anderen Metier ist das tatsächliche Kooperieren so zwingend: Soli müssen in dem dafür vorgesehenen Zeitfenster gespielt werden. Orchesterstellen werden tatsächlich von hunderten Menschen im selben Moment gespielt. Hinzu kommt das Zusammenspiel verschiedenster Instrumente, welche die unterschiedlichsten Fähigkeiten der jeweiligen Interpreten verlangen. Doch vorher müssen Instrumente erst gebaut werden. Vom richtigen Schilfrohr für das Mundstück der Oboe bis hin zum Bogenhaar für die Streichinstrumente, vom Fell der Pauken über das Holz der Resonanzkörper oder Griffbretter der Saiteninstrumente bis hin zu den Metallen für die Blechblasinstrumente: Das Herstellen, die Bearbeitung und die Organisation des weltweit verstreuten Materials für diese Vielfalt ist enorm, und wenn die Instrumente fertig sind, ist noch kein Ton gespielt. Die Bedienung will gelernt sein, die vom Komponisten vorgesehenen Töne wollen entsprechend aus den Instrumenten hervorgelockt werden.

Orchestermusik - Sozialschule in Zeiten von Karrieredenken und Wettbewerbsdruck
Gerade klassische Orchestermusik ist ein Kosmos aus sozialem Miteinander und gelebter, oft mündlicher Tradition. Wenn diese unterbrochen ist, kann die Interpretation von Musik durchaus auch zum Blindflug werden, weil sie in keiner Weise mehr der ursprünglichen Intention des Komponisten entspricht. Orchestermusik vereint also die Fähigkeiten eines sozialen Verhaltens mit der Tradition der persönlichen Lehre - eine zutiefst gesellschaftlich relevante Konstellation. Gerade in Zeiten von Webinaren und Youtube-Anleitungs-Videos ist das zutiefst relevant. Niemand hat das bislang besser verstanden als der Musiker, Wirtschaftswissenschaftler und Preisträger des alternativen Nobelpreises Jose Antonio Abreu, der 1974 in Venezuela die sozialen Bewegung El Sistema gründete, ein Programm für Kinder- und Jugendorchester. 
Das Besondere daran ist: Die Kinder bekommen von Anfang an ein Instrument in die Hand und werden sofort in eine Orchestersituation eingebunden. Wie im Fußball: Da wird nicht lange erzählt - da wird sofort gespielt. Mittlerweile spielen in über 60 Ländern Kinder in Orchestern Musik von Bach, Beethoven, Mahler etc. Wesentlich daran ist nicht die Musik, sondern das soziale Miteinander. Gleich welcher Herkunft und Vorbildung - jedes Kind hat sofort einen gleichberechtigten Platz innerhalb einer Gemeinschaft. Die Kinder müssen vorher nicht an einem Wettbewerb teilnehmen oder sich speziell qualifizieren, müssen nicht zuerst monate- oder jahrelang Einzelunterricht erhalten. Sie sind vom ersten Tag an Teil einer Gemeinschaft.
In Berlin besteht seit 2016 ausgehend von den Flüchtlingsunterkünften in den Flugzeughallen am Flughafen Tempelhof mit HANGARMUSIK ein ähnliches Projekt. Das Musizieren im Orchester dient hier als Verständigungsebene zwischen Kindern aus über 10 Nationen sowie einheimischen Jugendlichen und Erwachsenen. Jeder, der dabei sein will, ist willkommen und wird entsprechend seiner Fähigkeiten eingebunden. Ein Beispiel, wie kulturelles Welterbe zum Leben erweckt werden kann. Um beim Bild des Mittagessens zu bleiben: Die Kinder lernen Musik von Beethoven zu „kochen“ und bekommen auf diese Weise einen natürlicheren Bezug zu einem der Säulenheiligen der europäischen Musikkultur. Musikalisches Fachwissen lernen sie im Laufe der Zeit, doch sie können auf der Basis ihrer eigenen Fähigkeit Lernschritte durchlaufen und unmittelbar in einer sozialen Gemeinschaft aktiv mitwirken. Ähnlich wie beim Erlernen einer Sprache gilt auch hier: Kinder lernen durch Vorbild und Nachahmung sprechen und sie entscheiden selbst, wann sie mit dem Sprechen anfangen wollen. Orchestermusik, ursprünglich von feudalen Höfen erst ermöglicht, später innerhalb republikanischer Strukturen übernommenen und in neu gegründeten Orchestern weiter gepflegt, eignet sich besonders gut als soziales Sammelbecken. Der Vorteil von Orchestermusik gegenüber Sport ist, dass nur gemeinsam gewonnen werden kann. Erster sein ist beim Musizieren nicht relevant. Das kann auch auf die Pflege einer Parklandschaft übertragen werden. Gärtnerisches Personal ist zwar nicht in ein solch enges zeitliches Korsett gezwängt wie ein Orchester. Doch ein sich permanent veränderndes Kulturgut muss von Spezialisten unterschiedlicher Professionen gehegt und gepflegt werden, die ihr Wissen an die nachfolgende Generation tradieren. Musik findet im Moment des Spiels statt, der Park existiert nur durch fortwährende Fürsorge. Das unterscheidet diese Künste von der Architektur, der Malerei oder der Bildhauerei. Die Unterhaltung deren Kunstwerke ist nicht auf permanente Instandsetzung angewiesen. Eine Sinfonie hingegen steht nicht einfach im Raum, ein Park wächst ständig und muss in Form gehalten werden, um das ursprünglich beabsichtigte Kunstwerk zu erhalten.

Wie demokratische Gesellschaften von historischen Gärten und Partituren bis heute profitieren
Historische Gärten und die Orchestermusik sind heute Zeugnisse für den gesellschaftlichen Wandel hin zur demokratischen Welt in Europa. In ihnen steckt ein beeindruckendes soziokulturelles Potential. Sie sind einerseits kulturelles Welterbe aus dem Feudalismus und sind andererseits durch ihre sozialen Ansprüche und die grandiose Präsentation von Schönheit durch Vielfalt ideale Plattform für eine pluralistische und offene Gesellschaft. Beide Kulturformen zeugen auch von der Fähigkeit einer Gesellschaft, Schönheit als Lebenswert zu bewahren und zu einem Treffpunkt sozialen Miteinanders zu machen. Mit der den feudalen Höfen entsprungenen Orchestermusik haben wir somit ein kulturelles Instrument, mit dem sich eine stark im Wandel befindliche Gesellschaft wunderbar durch aktives, gleichberechtigtes Miteinander in Bezug setzen lässt.
Ohne den gärtenbauenden und komponierenden Friedrich den Großen hätten wir heute kein musikalisches Opfer von Johann Sebastian Bach und kein Sanssouci. Ohne seine Schwester Wilhelmine würde kein Markgräfliches Opernhaus existieren, kein Bayreuther Rokoko und auch Richard Wagner wäre nie in Bayreuth gelandet auf seiner Suche nach einem Ort für die Aufführung seiner Musik. Ohne Ludwig II. wiederum hätte Wagner seine größten Meisterwerke nie komponiert und das bedeutendste Festspielhaus Deutschlands wäre nicht gebaut worden. Ohne Ludwig II. hätten wir auch kein Schloss Herrenchiemsee mit seinem prächtigen Garten. Die Begeisterung der Herrscherhäuser für Orchestermusik, Gärten und Parklandschaften haben Europa ein grandioses kulturelles Erbe hinterlassen mit einem faszinierenden sozialen und gesellschaftlichen Potential. Jedes Jahr erleben Millionen von Menschen Parks, Gärten, Konzert- und Opernhäuser. Doch gerade für diese Künste steht immer wieder die Kostenfrage wie ein zu ihrem immensen sozialen und gesellschaftlichen Wert bezugsloser Faktor im Raum. Erst wenn wir verstehen, diese historischen Brücken in die Zukunft weiterzubauen und künftige Generationen von der Faszination echter Schönheit und der Schönheit echten Erlebens zu begeistern, werden die Gärten weiterhin Orte der Freude sein und Orchesterkonzerte die bedeutendste Möglichkeit bieten, immaterielles Kulturerbe zu erleben.
Ökonomen werden eine Formel finden müssen, den Beitrag der Künste für den sozialen Frieden, für geistiges und körperliches Wohlbefinden mit in Kosten-Nutzenrechnungen der Bruttosozialprodukte einzurechnen. Dass die Künste der Gärten, Park- und Musiklandschaften keine Kosten sind, sondern zentrale Investitionen in den gesellschaftlichen Integrationsprozess Europas, sollte sich auch in der Wahrnehmung der wirtschaftlichen Bedeutung in öffentlichen Haushalten widerspiegeln. Auch im Verständnis dessen, was kulturelle Arbeit ist, brauchen wir eine neue Akzeptanz. In Anlehnung an die (auf christliche Religionen bezogene) Bemerkung Friedrichs II., das „jeder nach seiner Façon selig werden“ soll, können wir also sagen: Jeder soll die Chance haben, entsprechend seiner Fähigkeiten am kulturellen Erbe Europas aktiv teilzunehmen. Die Erhaltung der Garten- und Musikkunst bietet dafür eine grandiose Chance. Kommende Generationen können fundierte Berufe erlernen, historisches Wissen wird langfristig erhalten, und das gesellschaftliche Gerüst Europas in sozialer und praktischer Weise gehegt und gepflegt.



Literaturverzeichnis:
Harnoncourt, Alice: Nikolaus Harnoncourt „Wir sind eine Entdeckergemeinschaft. Aufzeichnungen zur Entstehung des   Concentus Musicus“ Wien 2017, S. 16.

2. https://www.rightlivelihoodaward.org/?s=Abreu, https://fundamusical.org.ve/historia/ (01.07.2020)
3. www.hangarmusik.de (01.07.2020)
Der Beitrag wurde verfasst für die Publikation "Historische Gärten und Gesellschaft“, hrsg. Stiftung Preussische Schlösser und Gärten Berlin Brandenburg, Verlag Steiner & Steiner, 2020


...ferne Erinnerung...


...gefühlte Gegenwart...


...von Menschheit gemacht...


...und doch bestimmt bei allem Tun Natur die Dauer. 

Gott sei Dank!






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